Was Ärzte heute von der Niederlassung abschreckt, in die innere Emigration  oder den vorzeitigen Ruhestand treibt

Anschlusszwang der Ärzte an zentrale TI 


Wenn Praxen den Anschluss an die zentrale Telematik-Infrastruktur der Krankenkassen (TI) verweigern, z.B. weil sie um die Sicherheit und Vertraulichkeit der Patientendaten fürchten oder weil sie dem Konnektor nicht trauen (Black Box ohne Kontrollmöglichkeit durch den Arzt) und ihre Praxis-EDV Hacker-Angriffen ausgesetzt sehen, sollen sie ab Mitte 2019 mit einem Abzug von 1% ihres Honorars bestraft werden.

Kritische Ärzte werden von Politik und Medien verunglimpft, als seien sie noch nicht im Internet- und EDV-Zeitalter angekommen. Tatsächlich arbeiten heute nahezu alle Kassenärzte intensiv mit der Informationstechnologie 
(IT, nicht zu verwechseln mit der TI der Krankenkassen). Sie nutzen alle ein elektronisches Praxis-Verwaltungssystem und das Internet auf separatem Rechner. Nur wollen Sie nicht den Praxisrechner an das Internet anschließen. 

Den aktuellen Stand der Diskussion und des Kampfes der Freien Ärzteschaft finden Sie unter folgenden Links:

https://freie-aerzteschaft.de/offener-brief/

https://www.stoppt-die-e-card.de/

Der Arzt in der Praxis wird mit den Problemen und Risiken des gesetzlich vorgeschriebenen TI-Anschlusses allein gelassen. 

Ärzte-Bashing (TI-Verweigerer) durch Politik und Medien mit dem Ziel, die Reputation der Ärzte zu untergraben und sie in das System zu zwingen.

Eine weitere dieser Verunglimpfungen kam am 15.5.2019 mit der Ankündigung von Minister Spahn (CDU), den Honorarabzug für TI-Verweigerer ab März 2020 von 1% auf 2,5% heraufzusetzen. Gesundheitsminister Spahn: "Der Patient von morgen wird immer noch einen Arzt brauchen. Aber er wird keinen Arzt mehr ernst nehmen, der nur noch über Karteikarten arbeitet".

Das ist eben nicht der Punkt, Herr Minister! Der Punkt ist das Vertrauen, das der Patient in seinen Arzt setzt. Und das Vertrauen darauf, dass die sensiblen Daten des Patienten in der Praxis bleiben. Und genau dieses zentrale Thema eines gesunden, vertrauensvollen Arzt-Patienten-Verhältnisses ist dauernd Gegenstand des Ärzte-Bashings durch die Politik. 

Ich hatte bereits im November 2018 in einem Artikel aufgezeigt, wie das weitere Anziehen der Daumenschrauben laufen wird: Erhöhung des Honorarabzugs und Disziplinarverfahren durch die KV. Spahn hat jetzt geliefert, und die KV Nordrhein hat gerade entsprechende Diszi-Drohungen an TI-Verweigerer geschickt.