Was Ärzte heute von der Niederlassung abschreckt, in die innere Emigration  oder den vorzeitigen Ruhestand treibt

Diagnosen-Manipulation


Große Zeitungsartikel, Radio- und Fernsehsendungen warfen in den letzten Jahren Ärzten betrügerische Manipulationen an Diagnosen vor, die diese in Zusammenarbeit mit Krankenkassen begangen haben sollen.

Ärzte-Bashing mit dem Ziel, die Reputation der Ärzte zu untergraben.

Tatsächlich ist im Sozialgesetzbuch V staatlich vorgeschrieben, dass die Beitragszahlungen der Versicherten über den Gesundheitsfonds auf die Krankenkassen verteilt werden, und zwar nach einem Diagnosen-Schlüssel, der für schwere, kostenintensive Fälle größere Geldmittel vorsieht, als für leichte oder gesunde Fälle. 

Die Verteilung des Geldes erfolgt aufgrund von Diagnosen-Schlüsseln, die die Ärzte bei der Abrechnung angeben müssen. Je differenzierter die Erkrankungen eines Patienten verschlüsselt werden, desto mehr Geld fließt an die Kassen. Die behandelnden Ärzte haben davon nicht mehr oder weniger Honorar.

Nun sind Krankenkassen auf Ärzte zugegangen und haben nachgefragt, ob deren Codierung richtig und vollständig (endständig) war oder eine genauere Codierung zutreffend sein könnte. Die Intention der Kassen war klar: mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds bekommen. 

So lange die Kassen dabei nur eine korrekte Kodierung (Rightcoding) bekommen wollten, und nicht eine falsche, zu gute (Upcoding), mag das Ansinnen ja gerechtfertigt gewesen sein, wenn auch nervig für die Ärzte.

Dass aber das verbesserte, korrekte Diagnosen-Kodieren den Ärzten als Beteiligung an betrügerischer Abrechnung der Kassen vorgeworfen wurde, ist wieder reinstes Ärzte-Bashing. So kann man als Politiker oder Journalist am Image der Ärzte kratzen. Etwas bleibt schließlich immer hängen. 

Inzwischen ist den Kassen das Nachcodieren (Rightcoding) verboten.